foodsharing breiter zugänglich machen: Mi 13.2.19

auf Radio Lora München 92,4 und im Internet und zum Mitreden: 089-489 523 05

foodsharing in der reichen Stadt

Die Stadt München „versorgt“ 10.000 Obdachlose mit zum Teil horrenden Mieten für Mehrbett-Zimmer und Profit für Hausbesitzende und „Pensionen“, die in Wirklichkeit Container-Unterkünfte mit fragwürdigen Sanitäranlagen sind. Not kann andere reich machen.

Die vielen regionalen Tafel-Ausgabestellen sind den registrierten Hartz4-Empfängern reserviert, die nicht-registrierten kommen an kirchlichen Einrichtungen zu Armensuppen. Daneben entsteht ein kleines Netz, das noch Mitwirkende bracht: Die Essensretter.

Sie hatten schon am letzten „Heiligen Abend“ aus den Resten der Tollwood-Marktstände einen Verteil-Nachmittag und eine Abend-Tafel bei der Mariahilf-Kirche gestaltet, und täglich sind viele mit Lastenrädern unterwegs, am Abend die Reste der Kioske und Kleinbetriebe einzusammeln, die für Tafel-Sammlungen zu klein sind.

foodsharing den Ärmsten zugänglich machen

Foodsharing ist eine 2012 entstandene Initiative gegen Lebensmittel-verschwendung, die über-produzierte und nicht gewollte Lebensmittel vor der Tonne „rettet“ und sie unentgeltlich an Interessierte, Bedürftige und Organisationen verteilt.

Ziel ist es, die Wertschätzung für Lebensmittel zu steigern, Menschen für das Thema zu sensibilisieren und sich aktiv gegen die Ressourcenverschwendung einzusetzen.

Das Problem ist groß: Weltweit landen jedes Jahr rund 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel auf dem Müll.[1] Das entspricht dem Ertrag einer bewirtschafteten Fläche der 1,5-fachen Größe des europäischen Kontinents. In Deutschland sind es allein rund 18 Millionen Tonnen im Jahr.

Durch 200.000 registrierte NutzerInnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und über 37.000 freiwillige Foodsaver ist die Initiative zu einer internationalen Bewegung geworden, die bisher mehr als 14 Millionen Kilogramm Lebensmittel vor der Vernichtung bewahrt hat.[2]

Foodsharing wird getragen durch zahlreiche ehrenamtlich Aktive, welche sich in überregionalen Arbeitsgruppen engagieren und Themen wie IT, Presse, Öffentlichkeitsarbeit und vieles mehr bearbeiten. Herzstücke von foodsharing sind die zentrale Koordinierungsplattform foodsharing.de sowie die zahlreichen „Botschafter*innen“, welche lokal die Freiwilligen koordinieren und darüber hinaus vor Ort auch Öffentlichkeitsarbeit, Aktionen und Treffen organisieren.

Die regelmäßig aktiven Foodsaver*innen retten Lebensmittel, die man ansonsten weggeworfen hätte, verteilen diese auch im großen Stil kostenlos weiter und setzen sich so gegen eine unnötige Verschwendung und für einen nachhaltigeren Umgang mit unseren limitierten Ressourcen ein.

Neben dem aktiven „Lebensmittelretten“ verstehen wir uns auch als eine bildungspolitische Bewegung, die sich den nachhaltigen Umwelt- und Konsumzielen der Vereinten Nationen verpflichtet fühlt. Wir sind dabei in folgenden Aktionsräumen tätig:

Umdenken: foodsharing bringt die aktuellen Probleme der globalisierten Weltwirtschaft zum Anfassen nahe und regt so zu einem wirklichen Umdenken an. Über das Wissen zu Klimawandel, Umweltzerstörung und globaler Ausbeutung hinaus zeigen wir Wege zum konkreten Handeln auf.

Bei unseren Aktiven beobachten wir eine Auseinandersetzung mit den genannten Themen, einen nachhaltigeren Konsum und Änderungen im Alltagsverhalten.

Integration, Gemeinschafts- und Gesellschaftsbildung: foodsharing bildet lokale Gemeinschaften, und dies beispielsweise auch mit Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten, Menschen mit Behinderung, Menschen ohne Arbeit, älteren Menschen und geflüchteten Menschen.

Diese erfahren wieder eine Einbindung, einen Kontakt auf Augenhöhe ohne Stigmatisierung und eine große Wertschätzung in ihrem Engagement bei foodsharing.

Bildungsarbeit: Zu den Themen Nachhaltigkeit, gesunde Ernährung und Lebensmittelverschwendung veranstalten wir dezentrale Bildungsworkshops an Schulen, bieten gemeinschaftliche Kochevents und Diskussionsrunden an und halten Vorträge und Lesungen.

Politik, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Wir setzen uns beispielsweise für einen Wegwerf-Stopp für Supermärkte ein (wie dies bereits in anderen EU-Ländern umgesetzt wurde) und fordern Transparenz über die gesamte Lebensmittelkette hinweg.

Wir unterstützen alternative Ernährungskonzepte wie die Solidarische Landwirtschaft, engagieren uns gegen jegliche Art von Verpackungs-Wahnsinn und gegen unnötige Handelsnormen, die zu großen Teilen zu der Lebensmittelverschwendung beitragen.

Vernetzung: Wir fördern regelmäßig die Vernetzung durch gemeinsame Aktionen mit anderen Nachhaltigkeits-Initiativen – in Groß- und Kleinstädten und auch verstärkt in ländlichen Regionen. Die meisten Akteure haben Interesse an einem nachhaltigeren Umgang mit Lebensmitteln, so dass auch längerfristige Kooperationen entstehen.

Eine solche Vernetzung gibt es bereits über gemeinsame Kochevents / Schnippeldiskos, Nachbarschaftsgruppen, urban-gardening-Aktionen, Fahrraddemos / Critical Mass, Tauschläden, Repair-Cafes, Ständen (z.B. bei Straßenfesten oder auf Messen), auf Festivals und in vielen weiteren Zusammenhängen.

Verweise

[1] Jenny Gustavsson et al. (2011): Global Food Losses and Food Waste. Food and Agriculture Organization (FAO), Rome.

[2] foodsharing-Statistik, Stand: 2. Quartal 2018

Advertisements

Was ist Demokratie?

1918 | 2018 Was ist Demokratie?

„Ich will mir vorstellen, unter welchen neuen Merkmalen der Despotismus in der Welt auftreten könnte: Ich erblicke eine Menge einander ähnlicher und gleichgestellter Menschen, die sich rastlos im Kreise drehen, um sich kleine und gewöhnliche Vergnügungen zu verschaffen, die ihr Gemüt ausfüllen … Über diesen erhebt sich eine gewaltige, bevormundende Macht, die allein dafür sorgt, ihre Genüsse zu sichern und ihr Schicksal zu überwachen. Sie ist unumschränkt, ins Einzelne gehend, regelmässig, vorsorglich und mild.“ Alexis de Tocqueville


Diesen Newsletter gibts hier nur einmal zur Kenntnis,
zu bestellen ist er beim Kulturreferat!



Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Projektpartnerinnen und -partner,

um die Demokratie gewissermaßen „im Naturzustand“ zu studieren, fuhr der französische Adelige Alexis de Tocqueville 1835 in die Vereinigten Staaten. Dabei herausgekommen ist ein Klassiker der gesellschaftlichen Analyse, der bis heute fasziniert: „Über die Demokratie in Amerika“. Wir freuen uns auf die Szenische Lesung Alexis de Tocqueville: „Die Wunder der Demokratie“, kuratiert von Hans Pleschinski, am Dienstag, 5. Februar im Literaturhaus.

Für den Mittwoch empfehlen wir Ihnen Tender Waves (Nežné vlny)
eine Komödie vor dem Hintergrund der Samtenen Revolution in der Tschechoslowakei, die ja dazu geführt hat, dass Mauern ab- und nicht aufgebaut wurden und der Weg in eine demokratische Gesellschaft frei wurde. (Leider) zeitgleich im Einstein sprechen Niels Beintker und Boris Schumatsky über die Revolutionen in Russland und Bayern 100 Jahre Münchner Räterepublik: einmal 1918/19 und zurück. Schumatsky geht in seinen Texten dem Leben seines Urgroßvaters nach, der zu den führenden Revolutionären von 1917 gehörte. In ausgewählten Passagen aus seinen Texten sowie aus dem Revolutionstagebuch von Victor Klemperer, rezitiert von Thomas Loibl, verbinden sich Momentaufnahme und kritischer Rückblick.

Zusammen mit einem Pianisten geht Franz Josef Strohmeier am Sonntag Vormittag im Valentinmuseum auf musikalische Reise ins München von 1914 – 1919; „Karl Valentin und die laute Zeit“ Als Grundlage dienen zum Teil unbekannte Texte und Couplets Karl Valentins. Auf ganz eigene Weise verarbeitete Valentin die Wirren dieser Zeit.

Wir wünschen Ihnen eine schöne Woche!

Bernhard Schneider


Alexis de Tocqueville: „Die Wunder der Demokratie“

Dienstag, 5. Februar 2019, 20.00 Uhr, Literaturhaus, Bibliothek Szenische Lesung mit Katja Amberger Sprecherin, Heiko Ruprecht Schauspieler

Hans Pleschinski Autor und Axel Wostry Sprecher

Stiftung Literaturhaus, Stiftung Bayerisches Amerikahaus, Institut français München und Kulturreferat der Landeshauptstadt München
. 10 €, erm. 7 €, Karten: 089/29193427

www.literaturhaus-muenchen.de  barrierefrei

Tender Waves (Nežné vlny)

Mittwoch, 6. Februar 2019, 19.00 Uhr, Arena Filmtheater Regie: Jiří Vejdělek, OmeU, 96 min, Filmvorführung Tschechisches Zentrum München

7 €, Tel. 089/21024932  www.czechcentres.cz/munich barrierefrei

100 Jahre Münchner Räterepublik: einmal 1918/19 und zurück

Vortrag und Gespräch mit 

Boris Schumatsky Schriftsteller und Publizist

Niels Beintker Redakteur, Autor und Moderator, Bayerischer Rundfunk

Thomas Loibl Schauspieler und Sprecher

Mittwoch, 6. Februar 2019, 19.00 Uhr, Einstein 28, Raum A.0.10 Münchner Volkshochschule und Kulturreferat der Landeshauptstadt München

10 €, Veranstaltungsnummer H244040  http://www.mvhs.de/literatur barrierefrei

Karl Valentin und die laute Zeit“

Musikalisch szenische Reise mit Franz Josef Strohmeier Schauspieler

Sonntag, 10. Februar 2019, 11.00 Uhr, Turmstüberl des Valentin-Karlstadt-Musäums Valentin-Karlstadt-Musäum 4,99 € zzgl. Museumseintritt 2,99 €, erm. 1,99 €.

www.valentin-musaeum.de/  /www.fjstrohmeier.de nicht barrierefrei
www.muenchen.de/wasistdemokratie

Generalversammlung der Gelben Westen

APPEL DE LA PREMIÈRE ASSEMBLÉE DES ASSEMBLÉES DES GILETS JAUNES (1)

Sonntag, 27. Januar 2019

Wir, die Gelben Westen von den Kreisverkehren, Parkplätzen, den Demonstrationen und aus den Versammlungen, haben uns am 26. und 27. Januar 2019 zu einer Versammlung der Versammlungen getroffen. Etwa hundert Delegationen sind so dem Aufruf der Gelben Westen aus Commercy gefolgt.

Seit dem 17. November haben wir uns vom kleinsten Dorf, vom ländlichen Raum bis zur größten Stadt gegen diese zutiefst gewalttätige, ungerechte und unerträgliche Gesellschaft erhoben.

Wir lassen das nicht weiter so geschehen! Wir lehnen uns gegen die hohen Lebenshaltungskosten, die Unsicherheit und die Armut auf. Wir wollen in Würde für unsere Lieben, unsere Familien und unsere Kinder leben.

26 Milliardäre besitzen so viel wie die Hälfte der Menschheit, das ist inakzeptabel. Teilen wir den Reichtum anstatt das Elend! Lasst uns der sozialen Ungleichheit ein Ende setzen!

Wir fordern eine sofortige Erhöhung der Löhne, der sozialen Mindeststandards, der Zulagen und Renten, ein bedingungsloses Recht auf Wohnung und Gesundheit, Bildung und kostenlose öffentliche Dienste für Alle.

Dafür besetzen wir täglich den Kreisverkehr und organisieren Aktionen, Demonstrationen und Debatten überall. Mit unseren gelben Westen melden wir uns wieder zu Wort, wir, die das Wort sonst nie haben.

Und was ist die Antwort der Regierung darauf? Unterdrückung, Verachtung, Verunglimpfung, Tote und Tausende von Verwundeten, der massive Einsatz von Waffen, Schüsse, die uns verstümmeln und erblinden lassen, uns verwunden und traumatisieren.

Mehr als 1000 Menschen wurden bereits willkürlich verurteilt und inhaftiert. Und jetzt soll das neue so genannte “Anti-Cracker”-Gesetz uns auch noch darin hindern, dass wir weiterhin demonstrieren.

Wir verurteilen jede Gewalt gegen Demonstranten, sowohl durch die Polizei als auch von kleinen gewalttätigen Gruppen. Nichts von allem davon wird uns aber aufhalten! Demonstrieren ist ein Grundrecht. Schluss mit der Straflosigkeit für die Ordnungskräfte! Amnestie für alle Opfer der Unterdrückung!

Und was ist die Antwort der Regierung darauf? Unterdrückung, Verachtung, Verunglimpfung, Tote und Tausende von Verwundeten, der massive Einsatz von Waffen, Schüsse, die uns verstümmeln und erblinden lassen, uns verwunden und traumatisieren.

Mehr als 1000 Menschen wurden bereits willkürlich verurteilt und inhaftiert. Und jetzt soll das neue so genannte “Anti-Cracker”-Gesetz uns auch noch darin hindern, dass wir weiterhin demonstrieren. Wir verurteilen jede Gewalt gegen Demonstranten, sowohl durch die Polizei als auch von kleinen gewalttätigen Gruppen.

Nichts von allem davon wird uns aber aufhalten! Demonstrieren ist ein Grundrecht. Schluss mit der Straflosigkeit für die Ordnungskräfte! Amnestie für alle Opfer der Unterdrückung!

Und was für eine Schande, diese große nationale Debatte, die in Wirklichkeit nichts anders ist als eine Kampagne der Regierung, unseren Willen und unsere Entscheidungen für sich zu instrumentalisieren! Wahre Demokratie wird in unseren Versammlungen, in unseren Kreisverkehren praktiziert, weder im Fernsehen noch in den von Macron organisierten Pseudo- Rundtischgesprächen gibt es sie.

Nachdem er uns beleidigt und uns wie Dreck behandelt hat, präsentiert Macron uns nun als eine faszinierende und fremdenfeindliche Menge aus Hassgefühlen.

Aber wir sind genau das Gegenteil: wir sind weder rassistisch, sexistisch noch homophob, wir sind stolz darauf, trotz und mit all unseren Unterschieden untereinander zusammengekommen zu sein, um eine Gesellschaft der Solidarität aufzubauen.

Wir sind stolz auf die Vielfalt in unseren Diskussionen, hunderte von Versammlungen erstellen ihre Vorschläge und stellen ihre eigenen Forderungen auf. Es geht um echte Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Steuergerechtigkeit, um die Arbeitsbedingungen, um ökologische und klimatische Fragen und um ein Ende der Diskriminierung.

Zu den am häufigsten diskutierten strategischen Forderungen und Vorschlägen gehören: die Beseitigung der Armut in all ihren Formen, die Transformation der Institutionen (RIC, Verfassung, Ende der Privilegien der Abgeordneten….), der ökologische Wandel (Energiesicherheit, industrielle Umweltverschmutzung….), die Gleichstellung und Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig von ihrer Nationalität (Menschen mit Behinderungen, Geschlechtergleichstellung, Ende der Benachteiligung von Arbeitervierteln, ländlichen Gebieten und Überseegebieten…).

Wir Gelbwesten laden jeden ein, sich uns anzuschließen, entsprechend seinen Möglichkeiten und unabhängig von seiner finanziellen Lage. Wir rufen zur Fortsetzung der Aktionen auf (Akt 12 gegen polizeiliche Gewalt vor den Polizeistationen, Akt 13, 14….), zur Fortsetzung der Besetzung von Kreisverkehren und der Blockade der Wirtschaft.

Wir rufen ab dem 5. Februar zu einem massiven und verlängerbaren Streik auf. Wir fordern die Bildung von Arbeiterausschüssen in den Betrieben, an den Schulen und überall sonst, wo es notwendig ist, damit unser Streik an der Basis von den Streikenden selbst geführt werden kann. Lasst uns unsere Geschäfte selber in die Hand nehmen! Bleibt nicht allein, schließt euch uns an!

Wir wollen uns demokratisch, autonom und unabhängig organisieren! Diese Versammlung aller Versammlungen ist ein wichtiger Schritt, der es uns ermöglicht, unsere Forderungen und unsere Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, diese Gesellschaft zu verändern!

Wir schlagen allen gelben Westen vor, diesen Aufruf weiter zu verbreiten. Wenn eine Gruppe von Gelbwesten mit uns einverstanden ist, so schicke sie ihre Unterschrift an Commercy. Zögern Sie nicht, Vorschläge für die nächsten Versammlungen der Versammlungen, die wir bereits vorbereiten, zu machen und zu diskutieren.

Rücktritt von Macron!

Es lebe die Macht des Volkes, für das Volk und durch das Volk.

Aufruf vorgeschlagen von der Versammlung der Versammlungen in Commercy. Er wird dann jeder Lokalversammlung vorgelegt werden

(1)  APPEL DE LA PREMIÈRE ASSEMBLÉE DES ASSEMBLÉES DES GILETS JAUNES, Dimanche, 27 Janvier, 2019 – URL: https://www.humanite.fr/appel-de-la-premiere-assemblee-des-assemblees-des-gilets-jaunes-666918?fbclid=IwAR1Ee7-nfCXwOAOzufLjc3aGC5Ljnv0UXVCsP2LYxJZbnILICsodQYvE16k#xtor=RS

Übersetzung aus dem Französischen von Marco Wenzel, NDS, 29. Januar 2019  – URL: https://www.nachdenkseiten.de/?p=48777

*************** über attac weiter verbreitet ****

Lektürehinweis (Mitteilung von Elke Schenk, 22.01.2019)

Von der globalisierten Wirtschaft abgehängt und vergessen

Richard Aschinger / 18. Jan 2019 – Die «Gilets Jaunes» sind die Folge einer Spaltung der Gesellschaft. Das hat der Geograf Christophe Guilluy schon 2014 dokumentiert.

URL: https://www.infosperber.ch/Artikel/Wirtschaft/Von-der-globalisierten-Wirtschaft-abgehangt-und-vergessen#

Volksbegehren für Zukunft & Bienen in Bayern 31.1.-13.2.19

In Bayern wurde von etlichen Leuten ein Volksbegehren auf den Weg gebracht, das nun in der Zeit von 31. Jan bis 13.02.19 von 1 Mio BürgerInnen in Bayern in den Rathäusern unterschrieben werden muss:

Jürgen schreibt: Nach dem Konzept der Planetaren Grenzen gibt es Grenzen, die bereits viel, viel weiter überschritten sind, als die bekannteste – der Klimawandel. Die Spitzenplätze teilen sich gestörte Nährstoffkreisläufe und in Siegerposition der Verlust der Biodiversität aka Artensterben biblischen Ausmaßes. 



Königsplatz

Hier eine schöne Kurzzusammenfassung zu den Planetaren Grenzen mit einem schönen Bildchen:  https://de.wikipedia.org/wiki/Planetare_Grenzen   Rund um den Planeten verzeichnen wir ein massives Einbrechen in Beständen unterschiedlichster Populationen.

Sehr bekannt wurde im vergangenen Jahr die Studie aus Krefeld. Die Zahl der Fluginsekten ist danach in Teilen Deutschlands erheblich zurückgegangen.

In den vergangenen 27 Jahren nahm die Gesamtmasse um mehr als 75 Prozent ab. Wir erleben derzeit wohl das sechste große Massenaussterben, das größte seit dem Aussterben der Dinosaurier. Sag nicht ich, sagt der Deutschland-WWF-Chef. Und es vollzieht sich mit einer unvorstellbaren Geschwindigkeit. 

Und Schuld sind nicht Kometen oder Vulkanausbrüche – sondern wir. Deshalb wird auch vermehrt vom Anthropozän gesprochen, also einem Erdzeitalter, in dem sich der Mensch zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde aufgeschwungen hat.

Jetzt kommt’s noch dicker: Das Ganze ist bei uns noch nicht maßgeblich vom Klimawandel getrieben. Sag nicht ich, sagt Josef Settele, Leitautor beim IPBES. Das ist sowas, wie es der IPCC für den Klimawandel ist, gerne übersetzt mit Weltbiodiversitätsrat. Hier zwei erhellende Interviews auf dem resonator-podcast der Helmholtz-Gemeinschaft:   https://fyyd.de/episode/98887 und  https://fyyd.de/episode/98834   Anders ausgedrückt: Der Klimawandel kommt als große Keule noch hinterher und tut dies bereits in anderen Teilen der Welt. Was aber führt dann bei uns zum Artensterben. Das ist ein ganzer Strauß an Ursachen, alle zurückzuführen auf menschliche Einflüsse und ein Großteil auf die Art, wie wir unsere Nahrungsmittel erzeugen und welche das sind.

Einsatz von Pestiziden führt dazu, dass schon mal alles dahingerafft wird, was der Mensch nicht zu brauchen meint. Und das passiert sehr effektiv, weil Gift giftig ist und meist mehr, als wir uns derzeit eingestehen. Die Überversorgung von Nährstoffen führt dazu, dass es manche Pflanzen, die auf magere Böden angewiesen sind, nicht mehr gibt und mit ihnen die darauf spezialisierten Insekten. Ackerflächen werden bis auf den letzten Zentimeter ausgenutzt. Da ist teilweise Monokultur soweit das Auge reicht.

Ohne ein Nährstoffangebot für Insekten oder nur eines in einem engen Zeitfenster. Weniger Insekten – weniger Vögel. Es kommen noch weitere Faktoren hinzu wie Flächenversiegelung, Lichtverschmutzung etc. Einige Faktoren sind selbst planetare Grenzen und die bedingen und verstärken sich zu allem Überfluss auch noch gegenseitig. Auch hier gibt es, wie beim Klimawandel, Kippunkte, ab deren Erreichen wir das Geschehen nicht mehr beeinflussen können.   Hier ein Vortrag zum Thema:  https://www.youtube.com/watch?v=kOxBaG0GP8g

Was ist nun zu tun? Eine sehr große Chance etwas zum Guten zu wenden, bietet aktuell ein Volkbegehren in Bayern. Manche sprechen gar von einer Jahrhundertchance. Denn wenn das gelingt, ist wirklich viel gewonnen. Was das Volksbegehren ist, erfahrt Ihr hier oder hier. Vereinfacht gesagt: Hier dürft Ihr als Bürger mitentscheiden, was Gesetz werden soll. Steht so in der Bayerischen Verfassung. Da darf der eigentliche Souverän noch Souverän sein. Das ist also nicht nur irgendeine Online-Petition, wo man sein Hakerl macht. Nein, hier bist Du der Gesetzgeber. Die Forderungen des Volksbegehrens lauten:

mohnblumen-besuch zum Waffenstillstand

1. Biotopverbund schaffen 

Das Problem: Die einzelnen, lokalen Lebensräume (Biotope) sind nicht mehr verbunden. Menschliche Siedlungen, Straßen und leergeräumte Ackerlandschaften schlagen tödliche Schneisen, die für die meisten Arten unüberbrückbar sind. Inzucht ist die Folge, die Tiere werden anfällig für Krankheiten und sterben. Deshalb fordern wir: Schafft zusammenhängende Lebensräume, sog. Biotopverbünde.  

2. Nachhaltige Ausbildung Zu Unrecht wird derzeit die Schuld einseitig auf die Bauern geschoben. Die ganze Agrar-Förderungspolitik und auch die Ausbildung junger Landwirte ist seit Jahrzehnten falsch ausgerichtet. Statt das überlieferte bäuerliche Wissen über Zusammenhänge gelehrt zu bekommen, ist die Ausbildung auf Ertrag, Effizienz und „Smart Farming“ ausgerichtet. Die jungen Bauern lernen zwar alles über die chemische und mechanisierte Landwirtschaft, aber sie lernen wenig über die Folgen und Zusammenhänge und auch die Risiken für Mensch und Natur. Das muss geändert werden, sonst hat die Artenvielfalt keine Chance. Das fordert auch die Bundesregierung (BNE).  

3. Mehr Transparenz Wir wollen, dass die Bürger*innen Bayerns darüber informiert werden ob die Forderungen auch umgesetzt werden. Dafür ist der Landtag zuständig, nicht die Medien, die in der Regel Transparenz herstellen. Deshalb: Wir fordern, dass der Landtag jährliche Statusberichte über den Zustand der Arten und der Naturschönheit behandelt und veröffentlicht. So erfahren wir jedes Jahr, wie es um das ökologische Gleichgewicht bestellt ist. Nur so wird das neue Gesetz auch umgesetzt und angewendet.

4. Mehr Öko, mehr Bio Der Irrweg der export-orientierten Landwirtschaft führt zu einem dramatischen Artenrückgang; gleichzeitig müssen viele landwirtschaftliche Kleinbetriebe schließen. Die Folgen sind Agrarwüsten, gifthaltige Monokulturen und ein Verlust der Naturschönheit in unserer bayrischen Heimat. Der Artenschutz und die Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft sind eng miteinander gekoppelt. Beide Seiten – Natur und Bauern – müssen gewinnen. Allem voran müssen Landwirte fair bezahlt werden, damit sie sich überhaupt noch um die Natur kümmern können. Derzeit gibt es ca. 10% ökologisch bewirtschaftete Flächen. Wir fordern mind. 20% bis 2025. Außerdem muss der bayrische Staat als Vorbild vorangehen. Deshalb fordern wir, dass alle staatlichen Agrar- und Forstflächen umgestellt werden, auf eine ökologische Bewirtschaftung und nachhaltige Nutzung.  

5. Mehr Blühwiesen Mindestens 10% der Naturflächen müssen in Blühwiesen umgewandelt werden! Aber, es blüht doch alles im Sommer, oder? Ja, aber meistens blüht es nicht durchgehend und oft sind es nicht die benötigten Futterquellen. Bienen und andere Bestäuber sind aber auf Vielfalt und Durchgängigkeit angewiesen. Eine Rapsmonokultur und zu satte Wiesen, auf denen fast nur noch der Löwenzahn blüht, sind kein gedeckter Tisch. Durch zu frühes und häufiges Mähen entstehen für die Insekten immer wieder Hungerperioden. Zuerst verhungern die Insekten, dann die Vögel, weil ihre Hauptnahrung, die Insekten, schon tot sind.  

6. Weniger Pestizide Weg von Neonicotinoiden und weniger Bayer/Monsanto „Pflanzenschutz“! Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die chemische Landwirtschaft die Artenvielfalt ruiniert und gleichzeitig die Gesundheit der Bauern gefährdet. Das Totschlagargument, dass die Ernährungssicherheit mit Methoden von gestern gefährdet wird, ist eine Lüge. Permakultur, Ökolandbau, robuste Saaten und ein gesunder Boden bringen genügend Ertrag für uns. Wir produzieren aber gigantische Exportmengen und hier müssen wir uns entscheiden: Wollen wir deutsche Erzeugnisse in China und Afrika zu Dumping-Preisen verkaufen? Sind wir bereit aus Profitgründen und fehlgesteuerter Agrarpolitik, Artensterben, Bodendegradierung und nitrithaltigem Trinkwasser zu akzeptieren? Das muss sich ändern!   Den gesamten Gesetzestext mit Begründung findest Du hier.  

Um diese Ziele zu erreichen müssen wir innerhalb von 2 Wochen eine Million Menschen (in Zahlen: 1 Mio.) in die Rathäuser zur Abstimmung bringen. Das wird ein richtiger Kraftakt bei dem Du unterstützen kannst. Und nein, Du hast noch nicht unterschrieben. Das was du unterschrieben hast, waren meine Unterschriftenlisten, damit wir es überhaupt erst bis hierhin geschafft haben. Und allein ich habe fast 1% der benötigten Unterschriften gesammelt. Du siehst: Es kommt sehr wohl auf den einzelnen an.  

Geh also bitte zwischen dem 31.1. und dem 13.02.2019 zur Abstimmung und nimm Deine komplette Familie und Deine Freunde gleich mit. Danach könnt Ihr noch Mittagessen. Nehmt Euch einen Tag frei. Besser kann man seinen Urlaub nicht verbringen.

Hier könnt Ihr in München abstimmen. Briefwahl ist nicht möglich, aber Ihr könnt einen Abstimmungsschein beantragen und in einer anderen Gemeinde abstimmen oder kranke Menschen, die nicht selbst zur Abstimmung gehen können, vertreten. Volljährig müsst Ihr noch sein und vor allem Bayern. Letzteres empfiehlt sich aber unabhängig davon so oder so.   

Dann kannst Du Dir noch Informationsmaterial besorgen und Deine bayerische Heimatstadt, Deinen Arbeitsort, Arztpraxen und was Dir alles so einfällt mit hoher Reichweite zupflastern. Frag Deinen Arbeitgeber, ob er eine Infoveranstaltung machen will, organisiere selbst eine oder häng die Infos aus. Sei kreativ. Hol Dir Plakate und stell die auf. Das kostet nicht viel Zeit. Ich habe heute überall, wo ich anhalten musste, einfach schnell eines aufgestellt. Und so steht jetzt u.a. eines vor dem Insolvenzgericht gegen den Bankrott der Umwelt sozusagen. Und wenn Dir das Spaß macht und Du gerne den ganzen Tag in der ganzen Stadt Plakate aufstellen willst: Nimm Dir doch ’nen Tag Urlaub. Besser kann man seinen Urlaub gar nicht nutzen.   

Wer noch einen draufsetzen will und in seinem Aktionismus nicht zu bändigen ist, für den bietet sich die Möglichkeit “ Rathausheld“ zu werden. Dafür musst Du nur an einem der Tage für 2 Stunden (oder auch gern mehr – hab ich eigentlich das mit dem Urlaub schon mal erwähnt?) in der Nähe des Eintragungsortes ahnungslosen Passanten auflauern und diese in die Rathäuser zur Abstimmung lotsen. Also quasi Drückerkolonne für Karma und Weltenrettung. Wenn das mal nichts ist.   

Zu guter Letzt – aus Erfahrung antizipierte FAQ: Wenn ich jetzt nicht aus Bayern komme, kann ich also gar nix tun? Au contraire schmettere ich Dir da in einem mir fremden Idiom entgegen. Leite das weiter an Bayern aus Deinem Bekanntenkreis aber auch an solche, die Bayern kennen – also an alle. Schreib es ruhig um und lass weg, was Dir vom drumherum nicht passt. Teile die Links des Bündnisses in den sozialen Netzwerken und wenn Du so richtig in Stimmung bist:

Spende! Am Besten jetzt gleich. Das vergisst man sonst immer. So ein Volksbegehren ist sauteuer. Das läuft weitgehend ehrenamtlich, aber vieles muss auch bezahlt werden, Werbe- und Infomaterial beispielsweise, wodurch wir wieder mehr Menschen erreichen. Vielen Dank für Deine Unterstützung,  Jürgen

P.S.: Im Nachgang noch einen guten SZ-Artikel zum Ganzen gefunden: https://www.sueddeutsche.de/bayern/bienen-volksbegehren-unterschriften-1.4271316

Menschen zur Unterschrift ins Rathaus lotsen:
Jetzt als Rathauslotse* registrieren und 2h mithelfen!

Nachbarn Infos zum Volksbegehren einwerfen?
Jetzt Plakate und Flyer bestellen und in Briefkästen einwerfen!




Lebens-Erwartung in Täuschland?

31. Januar bis 13. Februar 2019 können wir in Bayern für die Bienen abstimmen, bin gespannt, ob 1 Million in die bayrischen Rathäuser geht, denn was haben wir sonst an Zukunft?

Kann es sein, dass wir in unserem seltsamen Luxus- und Billig-Lohn-Land die Zukunft verspielen, indem wir den Banken, Betrügern und Super-Reichen alles durchgehen lassen?

Ich weiß ja nicht, wo her die folgende Behauptung kommt, aber ich weiß, dass Menschen am Rand und in der Einsamkeit am schnellsten die Lust am Leben verlieren …

Warum haben die Deutschen die geringste Lebenserwartung in Europa?

Katharina Rosch

Katharina Rosch, Marketing und Kommunikation, Buchautorin

Das klingt in der Frage ziemlich dramatisch. Durchschnittlich sinkt die Lebenserwartung nicht nur in Deutschland bereits wieder seit Jahren. Was dem zugrunde liegt, wird viel gemutmaßt. Und es werden immer wieder irgendwelche Dinge aus der Tasche gezogen, die es sein müssten.

Ich kenne meine persönliche Lebenserwartung nicht, habe aber gute Chancen sehr alt zu werden. Ich bin Mitte 50 und nehme überhaupt keine Medikamente ein. Ich habe einen völlig normalen Blutdruck, bin schlank, treibe Sport, ernähre mich bewusst, rauche nicht, trinke wenig Alkohol, habe ein Haustier, tolle Kinder, eine liebevolle Partnerschaft… Viel wichtiger aber als alt zu werden ist es, gut zu leben. Wenn ich gut lebe und 70 Jahre alt werde, habe ich persönlich mehr davon als 90 Jahre alt zu werden und vor mich dahin zu siechen.

Was werden wir tun, um uns besser zu organisieren?

Die Revolution im Radio diskutieren: www.lora924.de Mi 9.1. ab 21h

Was sagt dir die Revolution damals,

wie kam der Faschismus in München auf die Beine?

Eine Radiosendung, wie sie von Bert Brecht erträumt war:

Anrufen während der Sendung und mitreden: 089 – 489 523 05

Monatliche Erinnerungs-und Programm-Mail bestellen bei fritz @ fairmuenchen.de … und danach begleitet euch bis 24h www.lunaland.org mit aktuellem zur Musik in den besten münchner Läden …

www.revolutionszeitung.de

Revolution und was sich weiter ereignet …

Die Obdachlosen-Demonstration auf der Theresienwiese zieht zu den Regierungsgebäuden, im Chaos lässt jemand auf die Arbeitslosen schießen, es gibt die ersten drei Toten …

Die Quellen sind reichlich geworden, die Bücher auch, und das direkte Mit-erleben in der Revolutionszeitung oder mit der Whats-App oder im Internet die Nachrichten im BR von Kurt Eisner.

www.br.de/extra/webspecials/kurt-eisner-revolution-bayern-whatsapp-100.html

oder auch dort im Internet zu lesen: Die Nachrichten im BR von Kurt Eisner.

Die Nachrichten in den Rundbriefen des Plenum R waren grade weniger geworden, sie sind zu abonnieren über mailto: plenum_r-subscribe@lists.riseup.net

Viele frühere Themen und Veranstaltungen sind auf www.raete-muenchen.de und auf den Seiten des www.Plenum-R.org dokumentiert, das hellblaue Büchlein 1918 | 2018 „Was ist Demokratie?“ als Gesamt-Programm des Kulturreferat der LHM gibt es in der Stadtinformation und an guten Informationsstellen.

revolutionswerkstatt2018

Frauen in der Revolution und der Kampf um das Frauenwahlrecht:

15./16.01.2019 Frauen in der Revolution / Szenische Lesung / Teamtheater Salon: Achtung Änderung: Beginn 20 Uhr www.wilpf.de

24.01.2019 «Hysterische Furien und schnatternde Gänse». Die ersten Frauen im bairischen Parlament / Lesung und Gespräch / Sendlinger Kulturschmiede bit.ly/2OtKhY1

Eine Film-Veranstaltung am Do, 31.01.19, 19:00 Uhr im KiM-Kino im Einstein zu Anita Augspurg

Die Kämpfe um die Fortdauer und Richtung der Revolution werden nun blutig: Nicht nur in Berlin, wo es in den nächsten Tagen gegen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg geht …

Auf den oberen Ebenen begann der verrat schon im November: Die Gewerkschaften feierten schon im Herbst „100 Jahre Sozialpartnerschaft“, was zuerst geheissen hatte: Wir sichern als Gewerkschaften unsere Arbeitsplätze, indem wir gegen Arbeiterräte und Enteignungen stimmen: Das Stinnes-Legien-Abkommen.

https://stadtgeschichte-muenchen.de

münchner zeitensprünge
http://www.hartbrunner.de
Dienstag 7. Januar 1919
Das Vorläufige Staatsgrundgesetz für Bayern veröffentlicht München – Freistaat Bayern * Das Vorläufige Staatsgrundgesetz für den Freistaat Bayern vom 4. Januar wird veröffentlicht. Es handelt sich dabei um eine oktroyierte [= aufgezwungene] Verfassung, die die elementaren Grundsätze der künftigen bayerischen Verfassung verbindlich festlegt.
Arbeitslosen-Demonstration auf der Theresienwiese München-Theresienwiese * In der ersten Januarwoche ist die Zahl der Arbeitslosen dramatisch – auf 40.000 – angestiegen. Auf der Theresienwiese beginnt um 15 Uhr eine Arbeitslosen-Demonstration mit rund 4.000 Teilnehmern.
3 Tote und 8 Verletzte nach einer Arbeitslosen-Demonstration München-Kreuzviertel * Gegen 15:30 Uhr bewegt sich der Demonstrationszug zum Ministerium für Soziale Fürsorge am Promenadeplatz, wo eine Delegation Minister Hans Unterleitner ihre Forderung nach Erhöhung der Arbeitslosenunterstützung vorträgt. Als gegen 17 Uhr noch immer keine Zusagen vorliegen, überrennt die Menge die Wache und stürmt das Gebäude. Nun kann aber – trotz verschiedener Zusagen – die tobende Menge nicht mehr beruhigt werden. Um 18 Uhr rückt die Militärische Sicherheitswache und die Republikanische Schutztruppe mit scharfer Munition gegen die Demonstranten vor. Drei Tote und acht Schwerverletzte bleiben zurück.
Die Republikanische Schutztruppe zerstreut die Demonstration München * Am Abend kommt es in der Innenstadt immer wieder zu Menschenansammlungen. Um 22 Uhr will die Menge in die Residenz eindringen, wo sie Eisner versteckt glaubt. Doch der bayerische Ministerpräsident hält sich an diesem Tag in Weiden auf und bekommt die Vorgänge überhaupt nicht mit. Die Republikanische Schutztruppe kann die Demonstration zerstreuen. Gegen 23:30 Uhr verlangt eine rund 200 Mann starke Gruppe vor dem Polizeipräsidium die Freilassung verhafteter Soldaten und Matrosen. Die Menschenansammlung kann zum Abzug bewegt werden.
Der Januaraufstand zeigt seine Macht Berlin * Dem Aufruf des Revolutionsausschusses folgen etwa 500.000 Menschen. Die Menschenmenge zieht in die Innenstadt und versammelt sich auf einem der Berliner Plätze.
Die Verhandlungen mit der Regierung werden vertagt Berlin * Am Nachmittag sind die Verhandlungen zwischen dem Revolutionsausschuss und Reichskanzler Friedrich Ebert sowie dem Rat der Volksbeauftragten kurz vorm Scheitern. Man vertagt sich auf den nächsten Tag.
Gustav Noske erhält den Oberbefehl über die Truppen in und um Berlin Berlin * Der Volksbeauftragte für Heer und Marine, Gustav Noske [MSPD], erhält von Reichskanzler Friedrich Ebert den Oberbefehl über die Truppen in und um Berlin. Es ergehen Aufrufe zur Aufstellung weiterer Freikorps in Berlin. Außerdem befiehlt Noske die telefonische Überwachung aller Mitglieder des Revolutionsausschusses, um sie später festzunehmen. Dazu werden 50 ausgesuchte Offiziere in allen Berliner Postämtern eingesetzt.

Sicherer Hafen München?

Wohl eher nicht, die Stadt der reichen Protze.

Immer mehr Leute mit zu viel Geld aus den Taschen der Eltern überschwemmen die Stadt und zahlen jede geforderte Miete. Die Erinnerung an die Menschenrechte aus Kirchen, Verbänden und Kammern werden im streitigen Alltagsgeschäft der Parteien nicht wirklich ernst genommen.

www.openpetition.de/petition/online/
eine-stadt-fuer-alle-macht-muenchen-zum-sicheren-hafen

Am 6.1. macht die CSU das traditionelle Dreikönigstreffen. Diesmal steht die Seebrücke gegenüber. Sonntag, 10.00 Uhr Fussgängerzone München, am Richard-Strauss-Brunnen.

Wir fordern die Stadträtinnen und Stadträte, sowie Oberbürgermeister (OB) Dieter Reiter, Bürgermeister Manuel Pretzl und Bürgermeisterin Christine Strobl dazu auf, die Stadt München zum Sicheren Hafen für Gerettete aus dem Mittelmeer zu erklären. Dies bedeutet:

  • sich mit Geflüchteten und den SeenotretterInnen solidarisch zu erklären;

  • sich aktiv gegen die Kriminalisierung der SeenotretterInnen einzusetzen und die Seenotrettung zu unterstützen;

  • einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel zu schreiben, ähnlich dem der OberbürgermeisterInnen Bonns, Kölns und Düsseldorfs, und sich für die Wiederaufnahme der Seenotrettung einzusetzen;

  • mehr Menschen aufzunehmen und Ressourcen zur Verfügung zu stellen;

  • sich gemeinsam mit den anderen Städten aktiv für Sichere Häfen in Europa einzusetzen;

  • eine VorreiterInnenrolle in Bayern einzunehmen und sich mit anderen Sicheren Häfen aktiv auf Landes-, Bundes- und europäischer Ebene für Seenotrettung einzusetzen;

  • die Öffentlichmachung aller Handlungen, die unternommen werden, um München zu einem Sicheren Hafen zu machen;

  • Ankommen gewährleisten: Grundbedürfnisse sichern – Unterkunft, Ernährung, medizinische Versorgung.

(2) Wir fordern die Stadträtinnen und Stadträte, sowie OB Dieter Reiter, Bürgermeister Manuel Pretzl und Bürgermeisterin Christine Strobl dazu auf, sich aktiv einzusetzen, dass die im Juli und August 2018 im Mittelmeer geretteten Geflüchteten weiter nach Deutschland reisen dürfen. Derzeit befinden sich die 115 Menschen noch auf Sizilien und Malta. Die Bundesregierung sicherte im Sommer zu, die Geretteten aufzunehmen. Dies ist bis zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht geschehen. Aus diesem Grund rufen wir Sie auf, ihre Position als Vertreterinnen und Vertreter der drittgrößten Stadt Deutschlands zu nutzen, um Druck auf die Bundesregierung auszuüben. Setzen Sie sich dafür ein, dass die Menschen endlich nach Deutschland kommen dürfen und sie ihr völkerrechtlich verbrieftes Recht auf die Stellung eines Asylantrags wahrnehmen können.

(3) Wir fordern die Stadträtinnen und Stadträte, sowie OB Dieter Reiter, Bürgermeister Manuel Pretzl und Bürgermeisterin Christine Strobl dazu auf, ein festes Mindestkontingent für die Aufnahme aus Seenot geretteter Geflüchteter zu schaffen und nachhaltige Strukturen und Institutionen zu etablieren, hin zu einer solidarischen Stadt der Teilhabe und des gemeinsamen Miteinanders aller hier lebender Menschen.

(4) Wir fordern die Stadträtinnen und Stadträte, sowie OB Dieter Reiter, Bürgermeister Manuel Pretzl und Bürgermeisterin Christine Strobl dazu auf, sich aktiv für die Aufnahme Geflüchteter in Deutschland und Europa einzusetzen und nicht weiterhin passiv abzuwarten und die Verantwortung an übergeordnete Ebenen abzugeben. In Zeiten, in denen die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte angegriffen wird, sind Aktivität und nicht Passivität gefragt, um unser aller humanitären und solidarischen Grundwerte zu wahren.

(5) Wir fordern die Stadträtinnen und Stadträte, sowie OB Reiter, Bürgermeister Manuel Pretzl und Bürgermeisterin Christine Strobl dazu auf, sich dem Konzept der Solidarity Cities anzuschließen und einen Prozess zu dessen Umsetzung auf den Weg zu bringen. Denn wir möchten eine Landeshauptstadt München, in der sich alle Menschen frei und ohne Angst bewegen können, in der kein Mensch nach einer Aufenthaltserlaubnis gefragt wird, in der kein Mensch abgeschoben wird, in der kein Mensch illegal ist.

Begründung

Mit Sorge beobachtet die Seebrücke München die derzeitige Situation im und um das Mittelmeer. Krieg und ähnlich bedrückende Lebensumstände, sowie Angst vor Verfolgung und Missbrauch zwingen Menschen zur Flucht.

In Ermangelung legaler Einreisemöglichkeiten (z.B. über nationales Asylrecht oder internationale Resettlement-Programme) und sicherer Fluchtwege sind Geflüchtete gezwungen, auf die lebensgefährliche Überquerung des Mittelmeers nach oft jahrelangen Strapazen als ‘letzte Option’ auszuweichen.

Laut UNHCR sind allein im Juni und Juli dieses Jahres 851 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer gestorben, seit Beginn 2018 sind über 2060 Menschen dort ertrunken.

Diese hohe Todeszahl – wobei die Dunkelziffer noch viel höher angesetzt werden muss – steht in direktem Zusammenhang mit Europas Abschottungspolitik: mit den Bemühungen, die Südgrenzen immer weiter zu militarisieren und bis in den afrikanischen Kontinent hinein zu verschieben; mit der Absicht, möglichst viele Rückführungsabkommen mit vermeintlich ‘sicheren’ Staaten zu schließen (z.B. Maghreb Staaten).

Und nicht zuletzt mit der staatlich inszenierten Kriminalisierung der zivilen Seenotrettung, die dem politisch gewollten Sterben auf dem Mittelmeer entgegenwirkt.

Angesichts dieser akut lebensbedrohlichen Lage an den Eingangstoren Europas rufen wir zur Solidarität mit allen Menschen auf der Flucht auf.

Da dieser Notstand durch die menschenunwürdige Politik der europäischen Regierenden stark verschlimmert, wenn nicht sogar herbeigeführt wurde, liegt es nun an uns Bürger*innen, sich unerschrocken für die Wahrung der Menschenrechte und den Schutz der Humanität einzusetzen.

Dabei können Städte wie München eine tragende Rolle in der praktischen Umsetzung des Solidaritätsprinzips spielen und sich als klares Gegengewicht zur Abschottungspolitik der EU, der Bundesregierung und der Landesregierung Bayerns positionieren.

München ist nicht nur eine der größten Städte Deutschlands, unser ‘großes Dorf’ ist auch wohlhabend und verfügt über einen starken Arbeitsmarkt. Noch dazu engagieren sich hier vor Ort bereits viele Anwohner*innen, obgleich Alteingesessene oder ‘Zugereiste’, in Bürgerinitiativen, die sich um ein respektvolles Miteinander, sowie sozial-nachhaltige Strukturen bemühen. Damit verfügt die bayerische Landeshauptstadt über wesentliche Voraussetzungen, um das Konzept einer solidarischen Stadt für alle umsetzen zu können.

München ist für alle da!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Seebrücke München aus München